Ernährung bei Schichtarbeit - Außendienst

Ernährung bei Schichtarbeit - Außendienst

Leichtes Abendessen vor Arbeitsbeginn / Fettarme Nahrung in der Nacht / Paniertes und Pommes meiden

Schichtarbeiter und Außendienstler haben einen anstrengenden Beruf. Sie sind hohen Belastungen ausgesetzt und müssen mitunter täglich gegen die innere Uhr ankämpfen. “Deshalb ist für die Leistungsfähigkeit eine ausgewogene, bekömmliche Kost äußerst wichtig”, betont Dr. Wiete Schramm, Fachärztin für Arbeitsmedizin von TÜV Rheinland.

Wer beispielsweise abends um 22 Uhr zur Arbeit geht und bis zum frühen Morgen fit bleiben muss, sollte einige Ernährungsregeln beherzigen. Um den Magen-Darm-Trakt während der Nachtarbeit nicht zu stark zu belasten, wird zur Aufnahme kleiner, leicht bekömmlicher Mahlzeiten geraten. Vor dem Job ein leichtes Abendessen zwischen 19 und 20 Uhr einnehmen. Zwischen 0 und 1 Uhr empfiehlt die TÜV Rheinland-Gesundheitsexpertin eine möglichst warme Mahlzeit, bestehend aus magerem Fleisch oder Fisch sowie fettarmen Beilagen wie gekochten Kartoffeln, Reis, Gemüse oder Salat, die ein Viertel des täglichen Energiebedarfs liefern sollte. Zwischen 4 und 5 Uhr früh folgt ein zweiter Imbiss: am besten Milcherzeugnisse wie Quark oder Joghurt, Obst, Kompott oder Salat. Übrigens: während der Arbeit das Trinken nicht vergessen. Dabei mindestens zwei Liter Wasser, Saftschorle oder ungesüßten Tee zu sich nehmen. Nach Schichtende steht gegen sieben Uhr ein kleines Frühstück ohne die Muntermacher Kaffee und Tee auf dem Speiseplan. Außerdem gilt: nicht sofort ins Bett gehen, sondern sich etwa eine Stunde Zeit nehmen, um abzuschalten.

Auch wer den ganzen Tag im Außendienst unterwegs ist, sollte auf gesundes Essen nicht verzichten. Ins Lunchpaket gehören neben belegten Broten mit magerer Wurst oder fettarmem Käse auch Rohkost und Obst. Im Restaurant sind zum Beispiel Salate mit klarem Dressing, ungebundene Suppen, kalte Vorspeisen wie gefüllte Weinblätter, italienische Antipasti, Fisch und Fleisch vom Grill oder asiatische Reisgerichte eine gute Alternative zu Pommes und paniertem Fleisch. “Generell sollten Außendienstler drei feste Mahlzeiten einplanen. So kommt kein Heißhunger auf. Wenn unbedingt nötig, bietet sich als Happen zwischendurch ein Müsliriegel ohne zusätzlichen Zucker an”, erklärt TÜV Rheinland-Fachärztin Dr. Wiete Schramm.

Schlankheitsmittel

Warnung vor Produkten aus dem Internet

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(aid) - Die nächste Bikini-Saison steht vor der Tür. Für viele ein Anlass, noch rasch ein paar Kilos loszuwerden. Laut Werbung für sogenannte Schlankheitsmittel ist das kein Problem, denn manche Hersteller versprechen schnelle Abnehmerfolge. Doch einige Produkte zur Gewichtsreduktion können unerlaubte Wirkstoffe enthalten und sind alles andere als unbedenklich. 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät zur Vorsicht bei Präparaten, die als Nahrungsergänzungsmittel zur Gewichtsreduktion überwiegend über das Internet angeboten werden. Wiederholt wurden in diesen Produkten in der Vergangenheit pharmakologisch wirksame Substanzen nachgewiesen, unter anderem der in Deutschland in Arzneimitteln nicht mehr zugelassene Wirkstoff Sibutramin - eine Substanz aus der Gruppe der Appetitzügler. Sibutramin hat zum Teil erhebliche Nebenwirkungen vor allem bei übergewichtigen Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Verzehr dieser Nahrungsergänzungsmittel kann mit einem hohen gesundheitlichen Risiko verbunden sein. Das BfR empfiehlt Verbrauchern bei Zweifeln oder unklaren Auskünften auf die Einnahme derartiger Produkte zu verzichten. 

Auch wenn die Vorstellung, ohne Verzicht und Aufwand abzunehmen, noch so verlockend klingen mag: Gewichtsbewusste sollten generell beim Kauf von Schlankheitsmitteln skeptisch sein. Besonders das Versprechen, in kurzer Zeit viel Gewicht zu verlieren, ist kritisch zu bewerten. Langfristig hat nur eine Ernährungsumstellung in Verbindung mit viel Bewegung Erfolg. Informationen zu Schlankheitsmitteln wie rechtliche Vorgaben und eine Bewertung dieser Produkte, finden Sie auf www.was-wir-essen.de/gesund/schlankheitsmittel.php.

Dr. Claudia Müller, www.aid.de

 

 © Martin Perscheid

 

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Kein Rauch für Mutter und Kind

Netzwerk "Gesund ins Leben" zum Weltnichtrauchertag 2012

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(aid) - 675.000 Geburten in Deutschland im Jahr bedeuten 675.000 Mal die Chance durch einen gesunden Lebensstil positiv auf das ungeborene Kind einzuwirken. Nichtrauchen ist dabei ein Muss, um Mutter und Kind zu schützen. Die Folgen des Rauchens für die Mutter sind bekannt. Aber Rauchen gefährdet auch massiv die Entwicklung des Kindes im Mutterleib und erhöht das Risiko für Allergien und Plötzlichen Kindstod. Auch entwickeln Kinder von Raucherinnen später deutlich häufiger starkes Übergewicht (Fettleibigkeit), obwohl sie bei der Geburt eher durch ein geringes Gewicht auffallen. Dennoch: 50 Prozent der unter 25-Jährigen und ca. 20 Prozent der Schwangeren in Deutschland können der Versuchung nicht widerstehen. Ein Grund mehr für das Netzwerk "Gesund ins Leben" anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai 2012 zu einer gesunden Lebensweise zu motivieren. 

"Neue wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass der Lebensstil der Mutter nicht nur direkte Auswirkungen auf die Schwangerschaft hat", sagt Maria Flothkötter, Projektleiterin des Netzwerks. "Rauchen und Passivrauchen üben offensichtlich prägende Einflüsse auf das noch ungeborene Kind aus - mit lebenslangen Auswirkungen." 

Schwerwiegende Komplikationen während der Schwangerschaft könnten zum Teil durch Nichtrauchen vermieden werden: Australische Forscher stellten fest, dass Rauchen während der Schwangerschaft für 4 bis 7 Prozent aller Totgeburten in den Industrieländern mitverantwortlich ist. Damit zählt Rauchen nach dem Übergewicht und dem Alter der Mutter zu den Top-3-Risikofaktoren für Totgeburten in diesen Ländern. 

Schuleingangsuntersuchungen in Aachen zeigten, dass Rauchen in der Schwangerschaft bzw. in den ersten Lebensjahren das Risiko für Übergewicht beim Kind deutlich erhöht. 

"Auch im Hinblick auf Allergien sollten Eltern ihr Kind rauchfrei aufwachsen lassen", sagt Flothkötter. "Dazu gehört auch, dass in Räumen, in denen sich die schwangere oder stillende Mutter oder das Kind aufhalten, nicht geraucht wird." Zigarettenrauch enthält über 4.000 verschiedene Chemikalien und erhöht das Allergierisiko - insbesondere für Asthma.

Julia Bonfig, www.aid.de

 

Weitere Informationen: 

Druckfähige Grafiken zu dieser Meldung finden Sie unter www.gesund-ins-leben.de

 

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Pures Grillvergnügen

Sicher und gesund grillen

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(aid) - Auf dem Grill lässt sich viel Köstliches zubereiten. Vor allem beim Garen über Holzkohle entstehen zahlreiche Röst- und Aromastoffe, die dem Grillgut seinen typischen Geschmack verleihen. Gleichzeitig ist es nicht nur eine leckere, sondern auch nährstoffschonende Garmethode, da die Nährstoffverluste deutlich geringer ausfallen als beim Kochen oder Braten. 

Ganz ungefährlich ist das Grillen im Freien allerdings nicht, denn es können sich krebserregende Stoffe bilden. Wenn Fett oder Saft aus dem Grillgut oder der Marinade in die Glut tropft, entsteht ein bläulicher Rauch, der polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie das Benzpyren enthält. Über stark rauchenden Feuerstellen sind die Gehalte an Benzpyren achtzigmal höher als über fast rauchfreien. Daher sollte man das Grillgut unbedingt durch eine Aluminiumfolie oder -schale vor Rauch schützen. Alternativ lässt sich ein Vertikalgrill verwenden. 

Neben PAK können auch Heterozyklische aromatische Amine (HAA) in Fleisch und Fisch entstehen. Sie bilden sich bei allen Brat- und Röstvorgängen und beim Grillen vor allem in der Kruste. Im Tierversuch wirkten HAA krebserregend, allerdings in einer höheren Dosierung als der Mensch über Lebensmittel aufnimmt. Höhere HAA-Konzentrationen wurden nach dem Braten in Geflügelfleisch im Vergleich zu Rind- und Schweinefleisch nachgewiesen je länger und heißer zum Beispiel ein Rindersteak erhitzt wurde. Das Grillgut sollte daher nur so stark und so lang wie nötig mit ausreichendem Abstand zur Glut von mindestens einer Handbreit erhitzt werden. Zudem gilt: Nichts anbrennen lassen! Verbrannte Stellen sind ungenießbar, sie enthalten viel PAK. Schwarze Stellen immer abschneiden und nicht mitessen. 

Fleischwaren wie Kasseler, Wiener Würstchen, Fleischwürsten oder Leberkäse gehören erst gar nicht auf den Grillrost. Denn diese sind in aller Regel gepökelt. Pökeln ist zwar eine althergebrachte und bewährte Methode der Konservierung, aber bei Hitze reagiert das Nitrit aus dem Pökelsalz mit Proteinen im Fleisch zu krebserregenden Nitrosaminen. 

Wer diese Tipps beachtet, kann seinen Gaumen mit Köstlichkeiten verwöhnen und dabei pures Grillvergnügen erleben.

Dr. Claudia Müller, www.aid.de

 

Weitere Informationen: 

Mehr Tipps zum Grillen und Grillrezepte finden Sie auf www.was-wir-essen.de/zubereitung/grillen.php.

 

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Spargelcremesuppe mit 4 Prozent Spargel

Verkehrsbezeichnungen von Lebensmitteln oft geschönt

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(aid) - Verkehrsbezeichnungen von Lebensmitteln sind häufig versteckt, schwer lesbar und beschönigend. So lautet das Resultat einer bundesweiten Untersuchung der Verbraucherzentralen, für die gezielt 119 verpackte Produkte auf Defizite bei dieser Pflichtangabe geprüft wurden. Jedes verpackte Lebensmittel muss eine offizielle Bezeichnung haben, die klar und eindeutig über wesentliche Zutaten und charakteristische Eigenschaften informiert. Auf einen Blick soll der Verbraucher erkennen, was wirklich in der Verpackung steckt. 

Doch die Realität sieht anders aus: Bei zwei Dritteln der Produkte war die Verkehrsbezeichnung nicht auf der Vorderseite aufgedruckt und damit schwer zu finden. Rund 44 Prozent der Angaben waren beschönigend und täuschten laut Verbraucherzentrale damit eine höhere Qualität vor. Beispiele sind eine "Spargelcremsuppe" mit nur vier Prozent Spargel und "Nudeln mit Blattspinat", die lediglich ein Prozent Spinat enthielten. Bei jedem vierten Lebensmittel wich der Produktname deutlich von der Verkehrsbezeichnung ab. So hatte das Produkt "Birne Granatapfel" die Verkehrsbezeichnung "Früchtetee aromatisiert Birne Granatapfel", die zumindest auf die Aromatisierung hinwies. Die Zutatenliste zeigte hingegen, dass weder Birne noch Granatapfel, sondern Äpfel die Hauptzutaten sind. 

Bei je 27 Prozent war die Schrift zu klein beziehungsweise nicht optisch hervorgehoben, was insbesondere für ältere Menschen problematisch sein kann. Bei 8 Prozent der Produkte bemängelten die Verbraucherschützer die schlechten Kontraste - etwa durch glänzende Etiketten oder eine dunkelgraue Schrift auf hellgrauem Hintergrund. Knapp 30 Prozent der Nahrungsmittel trugen nicht aussagekräftige und eindeutige Bezeichnungen wie "Country-Kartoffeln", "flüssige Süßware" und "Knabbergebäck". Bei 14 Prozent wurden die rechtlichen Vorgaben nicht eingehalten. So fehlte bei vier Produkten die gesetzlich vorgeschriebene Verkehrsbezeichnung.

Heike Kreutz, www.aid.de

 

                    

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Frühmahd

Richtige Mähtechnik schützt Wildtiere

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(aid) - In diesen Tagen werden Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen gemäht. Die Frühmahd ist jedoch eine Gefahr für junge Wildtiere, die sich in Wiesen und Feldern sicher fühlen. Wenn sich Rehkitz, Feldhase und Fasan ducken und tarnen, schützt das nicht vor dem Kreiselmäher und endet oft tödlich. 

Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) empfiehlt Landwirten, den Mähtermin rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzusprechen und die Mähtechnik dem Tierverhalten anzupassen. Vor allem das Feld mit dem Grünlandschnitt muss grundsätzlich von innen nach außen gemäht werden, damit Feldhase und Fasan die Möglichkeit zur Flucht haben. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage ist es sinnvoll, die Schnitthöhe in der kritischen Aufzuchtzeit auf rund 15 bis 20 Zentimeter zu begrenzen. Das schützt insbesondere Rehkitze, die sich instinktiv ducken. Zudem können Wildtiere gerettet werden, indem man die Wiesen mit Jagdhunden absucht oder die Tiere mit Knistertüten, Flatterbändern oder Musik aus dem mp3-Player vertreibt. Derzeit wird ein Sensorsystem für landwirtschaftliche Mähmaschinen entwickelt, das in Zukunft in den Wiesen liegende Rehkitze erkennen soll. 

Das Projekt "Wildretter" wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. Wer Verletzung und Tötung von Jungwild durch den Kreiselmäher bewusst in Kauf nimmt, kann eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begehen, die mit Geldstrafen geahndet wird.

Heike Kreutz, www.aid.de

 

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Neue Chance für seltene Ackerwildkräuter Forschungsprojekt zur Wiederansiedlung seltener Arten auf Ökoflächen gestartet

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(aid) - Herbizideinsatz und Stickstoffdüngung in der konventionellen Landwirtschaft haben dazu geführt, dass einige früher weit verbreitete Ackerwildkräuter heute extrem selten geworden sind. Um Möglichkeiten auszuloten, wie sich konkurrenzschwache Arten wie Ackerrittersporn, Frauenspiegel oder Ackersteinsame wieder ansiedeln lassen, wurde im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ein dreijähriges Forschungsprojekt gestartet. 

Für die Versuche zur Wiederansiedlung nutzen die beteiligten Forscher ausschließlich ökologisch bewirtschaftete Flächen, da nur diese Bewirtschaftungsform eine langfristige Etablierung erlaubt. In der Studie versuchen die Wissenschaftler eine geeignete Vorgehensweise zu entwickeln, mit der seltene Kräuter von artenreichen "Spenderflächen" auf geeigneten Zielflächen etabliert werden können. Geprüft wird beispielsweise die direkte Übertragung durch Kräutersamen und eine Übertragung mithilfe samenhaltiger Bodenpartien von Spenderflächen. Zielflächen sind Äcker mehrerer ökologisch wirtschaftender Praxisbetriebe in Süddeutschland, die an der Studie beteiligt sind. Die Praxisflächen werden im Laufe des Projektes durchgehend ökologisch bewirtschaftet. Allerdings richten die Forscher Blühfenster ein, um für die konkurrenzschwachen Ackerwildkräuter optimale Startbedingungen zu schaffen. 

Ziel des Projektes ist es, Alternativen zu früheren Schutzprogrammen wie dem Ackerrandstreifenprogramm zu entwickeln, die erfolgreich waren, aber mittlerweile ausgelaufen sind.

Jürgen Beckhoff, www.aid.de

 

Weitere Informationen: 

www.ackerwildkrautschutz.de

 

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Hortensie

Omas Blütenbälle liegen wieder im Trend

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(aid) - Lange Zeit galten die großen Blütenbälle der Hortensie als altmodisch. Nun sind sie wieder gefragt und sorgen für eine üppige Farbenpracht auf Terrasse und Balkon. Interessanterweise können Hortensien die Farbe wechseln, informiert die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Mit Rhododendronerde, Hortensiendünger und kalkfreiem Wasser verändern ursprünglich rosa blühende Pflanzen ihre Farbe über ein zartes bis kräftiges Lila nach Blau. An der Umfärbung sind Aluminiumsalze beteiligt, die nur aus einem leicht sauren Boden mit mäßigem Phosphatgehalt aufgenommen werden können. 

Wer die farbenfrohen Blütenbälle abschneidet und in einer Vase trocknet, hat noch monatelang Freude daran. Hortensien sind nicht ganz frosthart und sollten daher in kalten Nächten geschützt werden. Auch ausgepflanzte Exemplare überleben in der Regel nur mit zusätzlichem Winterschutz. Im Herbst dürfen Hortensien nicht radikal geschnitten werden, da viele Sorten wie die beliebte Bauernhortensie im August die Blüten für das nächste Jahr anlegen.

Heike Kreutz, www.aid.de

 

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Mineralöl versus Jatropha

Studien bemängeln Ökobilanz

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(aid) - Sie war die große Hoffnung für den Bioenergiesektor: Jatropha, eine ölliefernde Nutzpflanze, die auch auf schlechten Standorten noch gute Erträge bringen kann. Eine reiche Ölquelle aus nachwachsenden Rohstoffen, die nicht zwingend in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion treten müsste. Doch die Ökobilanz von Jatropha, Palm- und Sojaöl ist nach wie vor Stoff für erhitzte Diskussionen. 

Der Vorwurf, dass der aus Jatropha gewonnene Treibstoff das Klima mehr schädige als herkömmliches Mineralöl wurde schon länger erhoben und wurde nun durch das Center for International Forestry Research (CIFOR) bestätigt. Zwar sei die CO2-Emission zwischen 40 und 75 Prozent geringer als von Mineralöl, betrachte man aber die gesamten Produktionsumstände, schwänden die Vorteile schnell dahin. Ein Grund liege darin, dass die notwendigen Bedingungen für eine nachhaltige Produktion häufig nicht eingehalten würden. Für den Anbau von Jatropha würden vermehrt Moorwälder abgeholzt - bis 2020 etwa eine Fläche von vergleichbarer Größe wie Westdeutschland. Moore speicherten aber wesentlich mehr CO2 als Regenwälder und so würden 200 bis 300 Tonnen CO2 je Hektar freigesetzt. Die Forscher des CIFOR errechneten, dass vom Ertrag dieser Flächen etwa zweihundert Jahre lang Biokraftstoff produziert werden müsste, um diese Emission wieder auszubalancieren. 

Der Druck auf die natürlichen Ökosysteme - vor allem in Asien und Afrika - nehme durch den weiteren Anbau von Energiepflanzen weiter zu und sei unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit in Frage zu stellen.

Friederike Heidenhof, www.aid.de

 

Weitere Informationen: 

http://www.ecologyandsociety.org/issues/view.php?sf=68

 

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Bt-Mais stört Symbiose mit Mykorrhiza

US-Forscher untersuchten Wirkung auf Nicht-Zielorganismen

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(aid) - Bt-Mais ist resistent gegen den Befall mit Maiswurzelbohrer und Maiszünsler. Die Resistenz beruht auf dem Toxin des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis. Welche Nebenwirkungen der in den USA auf ca. 88 Prozent der Maisfläche angebaute gentechnisch veränderte Bt-Mais auf Nicht-Zielorganismen oder die Mykorrhiza hat, untersuchten Forscher der Portland University in Oregon. Mykorrhiza-Pilze sind mikroskopisch kleine Bodenpilze, die mit den Pflanzenwurzeln symbiotisch vergesellschaftet sind. Die Pflanzen versorgen die Mykorrhiza mit Kohlenstoff und die Pilze verbessern im Gegenzug die Nährstoff- und Wasseraufnahmefähigkeit der Pflanzen. 

Die Forscher bauten im Gewächshaus verschiedene Linien von Bt-Mais und Nicht-Bt-Mais unter gleichen Bedingungen an. Da sie dafür Boden mit der darin natürlich vorkommenden Mykorrhiza verwendeten, konnten sie simulieren, wie sich der Anbau von Bt-Mais darauf auswirkt. Sie fanden heraus, dass Bt-Mais-Wurzeln weniger mit Mykorrhiza-Pilzen besiedelt wurden als die Wurzeln der Nicht-Bt-Mais-Linien. Das Bt-Toxin selbst wirkt aber offensichtlich nicht direkt negativ auf die Mykorrhiza-Pilze. Denn bei einem nachfolgenden Anbau von Sojabohnen gab es keinen Unterschied in der Besiedlung mit Mykorrhiza, egal ob vorher Bt-Mais oder Nicht-Bt-Mais auf dem Boden gewachsen war. 

Welche anderen Mechanismen in Bt-Mais für die geringere Besiedlung mit Mykorrhiza verantwortlich sein könnten, gilt es nach Ansicht der Forscher noch herauszufinden. Die genetische Veränderung könnte die Fähigkeit der Pflanzen zur Symbiosebildung beeinflussen oder die Herkunft der Elternlinien könnte eine Rolle spielen. Da es zwischen den verschiedenen Bt-Linien große Unterschiede gibt, ist eine Erklärung bisher nicht möglich und die Mechanismen, die zur geringeren Mykorrhiza-Besiedlung führen, sind noch nicht geklärt. Die Versuchsergebnisse wurden im "American Journal of Botany" veröffentlicht.

Renate Kessen, www.aid.de

 

Weitere Informationen: 

www.eurekalert.org/pub_releases/2012-04/ajob-gmc041712.php

www.amjbot.org

 

Sauerampfer

Das feine Wildkraut für die Küche

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(aid) - Jetzt ist auf feuchten Wiesen und Waldlichtungen der Sauerampfer zu finden. Das feine Wildkraut hat einen erfrischend säuerlichen Geschmack, der an Zitrone erinnert. Die jungen Blätter und Triebspitzen verleihen vielen Speisen wie Suppen, Soßen, Omelette und Kräuterquark eine besondere Note. In Kombination mit Löwenzahn, Brennnessel und Bärlauch können Hobbyköche einen herrlichen Wildkräutersalat zubereiten.

Wer die Blätter fein hackt, kurz in Salzwasser kocht und anschließend in Butter dünstet, erhält eine schmackhafte Gemüsebeilage zu Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten. Sauerampfer lässt sich auch gut mit Blattspinat oder Mangold kombinieren und ist eines der sieben Kräuter in der bekannten Frankfurter Grünen Soße.

Doch das Frühlingskraut ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Es hat einen hohen Gehalt an Vitamin C und Mineralstoffen und wurde daher bereits im Mittelalter von Seefahrern gegen die Mangelkrankheit Skorbut eingesetzt. Sauerampfer (Rumex acetosa) ist an den langen pfeilförmigen Blättern zu erkennen. Er wächst wild, kann aber auch im eigenen Garten angebaut werden. Die Erntezeit beginnt im Frühjahr und erstreckt sich bis zum Spätsommer.

Sammeln Sie bevorzugt junge, zarte Blätter, die mit der Schere oder einem scharfen Messer vom oberen Pflanzenteil abgetrennt werden. Das Wildgemüse sollte möglichst frisch verwendet werden, damit es nicht an Aroma verliert.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen: aid-Heft "Heil- und Gewürzpflanzen", Bestell-Nr. 61-1192, Preis: 3,00 Euro, www.aid-medienshop.de

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Europäer essen zu wenig Obst und Gemüse

Deutschland erreicht die WHO-Empfehlungen

(aid) - Ein Großteil der Europäer isst zu wenig Obst und Gemüse. Das hat eine Untersuchung des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC) bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Verzehr von mehr als 400 Gramm Obst und Gemüse pro Person und Tag. In mehr als der Hälfte der Länder in Europa wird diese Menge nicht erreicht.
Nach Daten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) essen die Europäer durchschnittlich 220 Gramm Gemüse (einschließlich Hülsenfrüchte und Nüsse) und 166 Gramm Obst am Tag - insgesamt also 386 Gramm. In Südeuropa ist der Gemüseverzehr höher als im Norden, während das meiste Obst in Zentral- und Osteuropa gegessen wird. In Deutschland werden die Empfehlungen von mehr als 400 Gramm Obst und Gemüse am Tag erfreulicherweise erreicht. Auch in Polen, Italien und Österreich kommt genügend frische Kost auf den Tisch. In Ungarn und Belgien sind die Mengen ausreichend, wenn Frucht- und Gemüsesäfte hinzugezählt werden. Die Daten sind aber nicht für alle EU-Länder verfügbar, geben die Forscher zu bedenken.
Obst und Gemüse sind ein wichtiger Teil einer ausgewogenen Ernährung und versorgen den Körper mit wertvollen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Wer viel frische Kost isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebserkrankungen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Gesund und lecker

Rosenkohl

Rosenkohl

Neben Vitaminen und Mineralstoffen, beispielsweise Vitamin C, Vitamine des B-Komplexes, Betacarotin, Folsäure und Kalium, Calcium sowie Eisen, sind in Kohlgemüsen reichlich Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Sie unterstützen die natürlichen Abwehrfunktionen des Immunsystems unseres Organismus. Sie können helfen, das Risiko für Krebserkrankungen zu senken.

Im Kohlgemüse sind besonders reichhaltig Glucosinolate vorhanden. Mit Ballaststoffen und weiteren Inhaltsstoffen können sie unter anderem einer Bildung von Magengeschwüren vorbeugen. Weiterhin kann der Verzehr von Pflanzen aus der Kohlfamilie dabei helfen, den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel günstig zu beeinflussen und die Verdauung auf natürliche Weise zu regulieren.

 

Täglich Vitamine!

Vitamine - Schlüssel zur Gesundheit

Vitamine - Schlüssel zur Gesundheit

Die Nutzung der Karotte als Gemüse ist recht vielseitig. Ernährungsphysiologisch wichtig ist dabei besonders der Carotingehalt, gefolgt von Vitamin C, Kalium und Eisen. Bedeutung hat die Karotte besonders in der Ernährung von Kleinst- und Kleinkindern sowie in der Diätküche. Karotten sind förderlich für die Blut- und Zahnbildung sowie für die natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten. Karottensaft wirkt regulierend auf die Magensaftabsonderung. Wegen ihres hohen Carotingehalts wird der Karotte eine Verbesserung der Sehkraft zugesprochen.