Gesunde Ernährung, die Kindern Spaß macht

Tipps und Tricks

Gemüse

Gemüse

wie Kinder praktisch an eine ausgewogene Ernährung herangeführt werden können

Am 7. März jährt sich zum 18. Mal der Tag der gesunden Ernährung. Sich ausgewogen zu ernähren, sollte Freude machen und Genuss bereiten – Zwang und Selbstkasteiung sind hier fehl am Platze. Erwachsene – und auch die meisten Kinder – wissen über eine gesunde und ausgewogene Ernährung sehr gut Bescheid.

Besserwisser sind aber nicht gleichzeitig Besseresser! Die Herausforderung liegt darin, Kindern zu vermitteln, wie sie sich ausgewogen und vielfältig ernähren können, ohne sie unter Druck zu setzen oder gar Verbote auszusprechen. Um Abwehrhaltungen zu vermeiden, kann mit Genuss Neues kennengelernt und Bewährtes durch kleine Veränderungen wieder schmackhaft gemacht werden.

Kinder lernen Essen und Genießen vor allem im familiären Umfeld, denn gegessen wird meistens zu Hause. Zudem prägt das Angebot auf dem Familienesstisch die Nachfrage. Je vielfältiger also die Auswahl der Lebensmittel desto besser die Chance, dass Familien ausgewogen essen und trinken.
Vorbildlich mit allen Sinnen

Kinder imitieren ihre Eltern von Anfang an. Dieses Verhalten kann sinnvoll genutzt werden, um im Alltag eine ausgewogene und vielseitige Ernährung zu vermitteln. Denn greifen die Eltern gerne und regelmäßig zu Obst, Gemüse und dem Wasserglas, machen die Kleinen das auch. Aber nicht nur das Verhalten der Eltern, sondern auch das häusliche Angebot nimmt Einfluss auf die Kinder. Eine Schale Obst und Gemüse an einem angestammten Platz, eine Karaffe Wasser leicht zugänglich und schon wird regelmäßiger gegessen und getrunken. Werden mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen, bereitet das Probieren umso mehr Freude!
Hören

Jeder kennt das Geräusch und die Freude, das ein knackiger Apfel oder eine Karotte beim Abbeißen verursacht. Andere Lebensmittel wie beispielsweise die Wassermelone, verraten durch ihren hohlen Klang beim Draufklopfen, ob sie reif sind.
Sehen

Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist grün! Welche Obst- und Gemüsesorten könnten damit wohl alles gemeint sein? Eltern können mit ihren Kindern eine kleine Raterunde zu Hause veranstalten und gleichzeitig überprüfen, was denn noch alles fürs Abendbrot da ist. Nicht jedes Obst und Gemüse sieht gleich aus, nur weil es den gleichen Namen hat: Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel und nicht jeder Apfel gleicht dem anderen.
Schmecken

Schmeckt eine gekochte Karotte genauso wie eine rohe? Am besten probieren, so können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern herausfinden, ob statt einer warmen Gemüsesuppe ein Rohkostsalat vielleicht besser ankommt. Auch farblich vermeintlich unterschiedliche Lebensmittel, wie beispielsweise ein braunes und ein weißes Ei besitzen zwar eine andere Schale, schmecken aber gleich.
Riechen

Neben dem Aussehen und dem Geschmack spielt aber auch der Geruch eine wichtige Rolle. Also hoch die Deckel, so dass die Kinder mal riechen dürfen. Frische Kräuter beispielsweise sehen mit ihrem satten Grün nicht nur schön aus, sie riechen auch besonders gut!
Fühlen

Wer errät nur anhand des Fühlens, ob er da eine Tomate oder einen Kohlrabi in der Hand hat? Nicht nur die Sorten können so ertastet und kennengelernt werden, bei einigen lässt sich so auch der Reifegrad feststellen.

Quelle: Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb)

 
 
 © Martin Perscheid

Gesundes Essen, das Spaß macht

Liebe Eltern!
Die Einrichtung, die Ihr Kind besucht, nimmt am Modellprojekt optiSTART (Ein optimaler Ernährungs- und Bewegungsstart in die Schulkarriere) teil. optiSTART ist eines von 24 Siegerprojekten des bundesweiten Wettbewerbes Besser essen. Mehr bewegen. Die KINDERLEICHT-REGIONEN . Kinder lernen in seiner Kindertagesstätte bzw. der Schule und dem Hort zur Zeit sehr viel zu den Themen Ernährung und Bewegung. Die Beschäftigung mit diesen Aspekten ist für Ihr Kind von besonderer Bedeutung. So sind eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung wichtige Grundlagen für ein gesundes Leben.

In der Kita bzw. Schule/dem Hort beschäftigt sich Ihr Kind mit dem Thema Ernährung jedoch vor allem theoretisch. Deshalb ist es wünschenswert, dass auch Sie, liebe Eltern, mitarbeiten und Ihrem Kind helfen, das Erlernte zu Hause umzusetzen. Auf diese Weise ermöglichen Sie ihm die besten Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Daher überreichen wir Ihnen diese Broschüre zur ausgewogenen Ernährung.

Diese Informationen können Ihnen bei der Beschäftigung mit dem Thema Ernährung ein Roter Faden sein. Sie enthält grundlegende Informationen dazu, wie eine ausgewogene und gesunde Ernährung im täglichen Leben ohne viel Aufwand und kostengünstig umgesetzt werden kann. Die Ernährungsempfehlungen basieren auf der aid-Ernährungspyramide, die in der Heftmitte abgedruckt ist. Gehen Sie das Heft Schritt für Schritt durch und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind , wie Sie die Tipps und Informationen in Ihrem Alltag individuell umsetzen können.

Ihr Kind soll jeden Tag alle lebensnotwendigen Nährstoffe bekommen. Dass das nicht immer leicht ist, wissen Sie als Eltern. Zum einen mögen unsere Jüngsten viele Speisen nicht und zum anderen fehlt uns häufig die Zeit zum Kochen und für aufwendige Vorbereitungen.

Hier möchten wir Ihnen einige Tipps zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung geben. Dies bedeutet:

- ein vielseitiges und möglichst abwechslungsreiches Essen und
- mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.

Für die Auswahl der Lebensmittel gibt es drei goldene Regeln:
· reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke
· mäßig tierische Lebensmittel
· sparsam fettreiche Lebensmittel und Süßwaren

Aus diesen drei goldenen Regeln ergeben sich Empfehlungen zu den einzelnen Lebensmittelgruppen. Diese sind als Richtwerte zu verstehen. Das heißt, Ihr Kind sollte generell selbst entscheiden dürfen, wie viel es isst! Achten Sie jedoch auf was es isst.

Wenn Ihr Kind manchmal schlecht isst, besteht noch kein Risiko einer mangelhaften Nährstoffversorgung. Wichtig ist, dass die in der Ernährungspyramide abgebildeten Mengenangaben innerhalb einer Woche ungefähr erreicht werden. Sie können z. B. einen Tag mit wenig Gemüse an einem anderen Tag problemlos wieder ausgleichen.

Wir möchten Ihnen Hinweise und Tipps zu jeder Etage der Ernährungspyramide geben. Wichtig ist, dass die im Folgenden angegebenen Portionen nicht abgewogen bzw. abgemessen werden müssen. Nehmen Sie einfach die Hände als Maß für eine Portion. Aber Achtung: Kleinere Kinder haben kleinere Hände und essen weniger als größere. Auch für Sie als Erwachsene sind diese Portionsgrößen gültig. Hier gilt: Männer haben oft größere Hände als Frauen und essen somit größere Portionen.

Getränke - 6 Gläser oder Tassen pro Tag
Der kindliche Organismus besteht zu 75 % aus Wasser (bei Erwachsenen sind es etwa 50 60 %). Um den hohen Bedarf an Flüssigkeit, der sich daraus ergibt, zu decken, müssen Kinder viel trinken. Kinder sollten regelmäßig trinken, am besten bevor sie Durst verspüren!

Unsere Tipps:
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich stets etwas zu Trinken nehmen kann. Erinnern Sie Ihr Kind regelmäßig ans Trinken. Kinder, die mit Spielen oder Lernen beschäftigt sind, vergessen leicht zu trinken! Der Flüssigkeitsbedarf steigt im Sommer, bei körperlicher Aktivität und bei Fieber stark an. Erinnern Sie Ihr Kind öfter daran, etwas zu trinken.

Gute Durstlöscher sind:
o Leitungswasser ist ohne Zweifel der preisgünstigste Durstlöscher. Seine Qualität wird ständig überprüft!
o Mineralwasser und stilles Wasser (ohne Kohlensäure)
o Gemüsesäfte
o Schorle, also mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte
o Frucht- und Kräutertees (am besten ohne Zucker) schmecken auch kalt sehr lecker und sind sehr erfrischend!

Unser Tipp:
Lassen Sie Ihr Kind aus Säften, Wasser und Tee "gesunde Durstlöscher" mixen. Erfinden Sie gemeinsam lustige Phantasienamen dazu dann schmeckt es gleich doppelt so gut!

Für Kinder weniger geeignete Getränke sind:
o Fruchtsaftgetränke, Eistees und Limonaden. Sie sind wegen ihres hohen Zuckergehalts (1 Liter enthält bis zu 100g Zucker!) nicht zum Durstlöschen geeignet.
o Cola ist ebenfalls sehr zuckerreich. Außerdem enthält sie Coffein, das den kindlichen Organismus unnötig aufputscht.
o Light-Getränke sind mit Süßstoff gesüßt und liefern daher keine oder nur wenig Energie. Allerdings gewöhnen sich Ihre Kinder so an stark gesüßte Getränke. Außerdem wird die maximale Süßstoffmenge pro Tag schnell
überschritten. Dazu genügt schon ein halber Liter Light-Limonade.

Obst und Gemüse

2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse/Salat pro Tag

Eine Hand voll entspricht einer Portion Obst oder Gemüse. Zwei Hände zur Schüssel gehalten, sind das Maß für zerkleinertes Obst bzw. Salat. Obst und Gemüse sind durch ihren hohen Gehalt an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen und durch ihren niedrigen Energiegehalt sehr wertvoll für unsere Ernährung. Deshalb sind sie als Kraftspender fürs Pausenbrot oder die Nachmittagsvesper sehr geeignet.

Am Tag sollten 5 Portionen Gemüse und Obst gegessen werden. Eine der 5 Portionen kann auch durch ein Glas Obst- oder Gemüsesaft ersetzt werden. Einen Teil des täglichen Gemüsebedarfs sollte man als Rohkost verzehren.

Unser Tipp:
Geben Sie Ihrem Kind und seinen Spielkameraden anstatt Bonbons oder Schokolade z.B. in Streifen geschnittene Möhren, Kohlrabi oder Paprika. Diese sind nicht nur gesund, sondern schmecken frisch und kleben nicht an den Fingern!

Beim Kochen sollte das Gemüse nur kurz und in wenig Flüssigkeit gegart werden, damit der Vitaminverlust so gering wie möglich ist. Außerdem sollte man es nicht lange warm halten.

Unser Tipp, wenn s mal schnell gehen soll:
Verwenden Sie Tiefkühlgemüse. Es hat einen viel höheren Vitamingehalt als Gemüse aus Konservendosen. Gefrorenes Gemüse ist im Vergleich zu frischem Gemüse lange und ohne größeren Vitaminverlust haltbar. Auch beim Obst sind Konserven wegen ihres geringen Vitamingehalts und der Zuckerzusätze weniger zu empfehlen.

Weitere Tipps:

Einkauf
Kaufen Sie Obst und Gemüse entsprechend der Jahreszeit und aus der Region. Das ist billiger und schont auch die Umwelt!

Und wenn mein Kind kein Gemüse isst?
Sie können die Gemüsearten häufig wechseln oder verstecken : z.B. in Soßen, pürierten Suppen oder Aufläufen, als Belag von Pizza, als Spieß mit Brot- und Käsewürfeln oder als Finger-Food (frisches Gemüse in Streifen oder Scheiben geschnitten mit einem Dipp aus Quark und Kräutern).

Verweigert Ihr Kind Gemüse zeitweise komplett, können Sie dies durch mehr Kartoffeln und Obst ausgleichen.

Und wenn mein Kind kein Obst essen möchte?
Stellen Sie Obstsalate, Teller mit geschnittenem Obst oder Obstspieße bereit. So kann Ihr Kind einfach zwischendurch zulangen. Obst eignet sich auch püriert als Soße zu Milchreis, Grieß und Pudding. Außerdem können Sie es in Milchmixgetränken, Joghurt- und Quarkspeisen verarbeitet oder als reinen Saft anbieten.

Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln
3 Portionen Brot und 1 Portion Beilagen(Nudeln, Reis oder Kartoffeln)pro Tag

Getreide und daraus hergestellte Lebensmittel (z.B. Brot und Nudeln) sowie Kartoffeln sind unsere wichtigsten Grundnahrungsmittel. Im Handel werden viele Getreideprodukte angeboten. Möchten Sie sich ausgewogen ernähren, sollten Sie vor allem Vollkornerzeugnisse kaufen. Achtung: Die dunkle Farbe eines Brotes ist keine Garantie dafür, dass es sich tatsächlich um ein Vollkornbrot handelt! Sie kann auch von verschiedenen Zusatzstoffen (z. B. Malzextrakt) stammen.

Viele Kinder mögen Nudeln und Reis, außerdem lassen sich diese Beilagen schnell und einfach zubereiten. Auch hier gibt es Vollkornvarianten. Die Kartoffel ist bei vielen Kindern vor allem als Pommes beliebt. Frisch gekochte Kartoffeln, Pellkartoffeln und frisch mit Milch zubereitetes Püree sind aber auch sehr lecker und werden von Groß und Klein gern gegessen.

Unser Tipp für Pommesfans:
Bei den Tiefkühlvarianten gibt es Produkte, die speziell für die Zubereitung im Backofen bestimmt sind. So sparen Sie im Vergleich zum Frittieren viel Fett.

Milch und Milchprodukte
3 Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag

Kinder brauchen unbedingt Milch oder Milchprodukte, da diese Lebensmittel wichtige Kalziumlieferanten sind. Wenn Ihr Kind schon von klein auf genügend Kalzium tankt und sich viel bewegt, beugt es frühzeitigem Knochenabbau, der Osteoporose, vor.

Milch hat einen hohen Energie- und Nährstoffgehalt, sie wird deshalb nicht als Getränk , sondern als flüssiges Lebensmittel betrachtet.

Die im Handel erhältlichen Milchsorten unterscheiden sich hinsichtlich des Wärmebehandlungsverfahrens (pasteurisiert, ultrahocherhitzt oder sterilisiert) und des Fettgehaltes (Vollmilch, teilentrahmte Milch oder Magermilch). Für Kinder ist v.a. pasteurisierte (Frisch)Milch mit einem Fettgehalt von 1,5 % geeignet. Das Angebot an Milchprodukten ist groß: Quark, Frischkäse, Joghurt und zahlreiche Käsesorten. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Unsere Tipps, wenn Ihr Kind keine Milch mag:
Mischen Sie Milch mit Kakao oder püriertem Obst. Viele Kinder, die keine pure Milch trinken, essen dennoch gern Pudding, Milchreis, Grießbrei oder Milcheis. Sie können Trinkmilch, Milchprodukte oder Käse auch in anderen Speisen, z. B. in Aufläufen, Suppen, Soßen oder Desserts, verstecken .

Fleisch, Fisch, Eier
1 Portion Fleisch, Fisch, Wurst oder Ei pro Tag
Fleisch enthält wichtige Nährstoffe, hochwertiges Eiweiß und Vitamin B12. Das Eisen aus Fleisch und Fleischprodukten kann der Körper sehr viel besser aufnehmen als das aus Getreide oder Gemüse. Dennoch sollten nur wenig, möglichst magere, Fleisch- und Wurstwaren gegessen werden. Achten Sie auch auf Abwechslung zwischen Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch.
Viele Wurstsorten wie Leberwurst, Lyoner oder Salami haben einen hohen Anteil an versteckten Fetten. Kaufen Sie besser Geflügelwurst, Bierschinken und Schinken. Seefisch ist neben Jodsalz die wichtigste Jodquelle. Viele Sorten sind außerdem fettarm und leicht verdaulich. Auf Ihrem Speiseplan sollte mindestens einmal pro Woche Fisch stehen.

Unser Tipp:
Gegen Fischstäbchen ist nichts einzuwenden wenn Sie sie im Backofen und nicht in der Pfanne zubereiten. Als Beilage ist Kartoffelbrei geeigneter als Pommes. Vor- und Grundschulkinder sollten nicht mehr als 2 Eier pro Woche essen. Bitte bedenken Sie, dass auch Teigwaren, Aufläufe und Backwaren Eier enthalten.

Fette und Öle
3 4 Esslöffel Öl oder Margarine/Butter pro Tag Fett liefert dem Körper nicht nur Energie, sondern auch ungesättigte Fettsäuren und fettlösliche Vitamine, die der Körper nicht selbst bilden kann. Insofern sind für eine ausgewogene Ernährung auch Fette wichtig. Zum Schmieren von Brot eignet sich sowohl Margarine als auch Butter, allerdings sollten Sie beides nur sparsam verwenden. Zur Zubereitung von Speisen (z.B. Salaten) eignet sich besonders Sonnenblumen-, Maiskeim-, Soja- oder Olivenöl.

Unser Hinweis:
Neben den sichtbaren Fetten sollten Sie auch auf die versteckten Fette in Lebensmitteln achten. Diese finden sich vor allem in (Streich)Wurst und Käse aber auch in Nuss-Nugat-Cremes, Chips, Flips und Pommes.

Naschen ist erlaubt aber in Maßen!
1 Riegel Schokolade oder 1 Stück Kuchen pro Tag

Ob in der Werbung oder an der Kasse im Supermarkt: Süßigkeiten sind überall zu finden. Ihr Kind sollte deshalb möglichst früh den bewussten Umgang mit Gummibärchen & Co lernen. Da strenge Verbote Süßes oft erst interessant machen, lassen Sie ruhig ein wenig Süßigkeiten zu. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es diese dann bewusst genießt und nicht einfach zwischendurch hinunterschlingt. Schokolade, Milchschnitten, Kekse und Kuchen sind nicht zum satt essen sondern nur zum Naschen da! Auch ist das gründliche Zähneputzen nach dem Naschen wichtig. Auch bei den Süßigkeiten ist Ihr Vorbild entscheidend!

Unser Tipp:
Mitbringsel oder Belohnungen müssen keine Süßigkeiten sein. Wie wäre es stattdessen mit Luftballons, Stiften oder einer kleinen Geschichte? Augen auf beim Einkauf

Wie sinnvoll sind spezielle Kinderlebensmittel ?
Auf dem Markt gibt es ein großes Angebot von so genannten Kinderlebensmitteln . Die Auswahl reicht vom Juniormenü bis zum Kinderwürstchen. Solche Lebensmittel sprechen Kinder mit knallig bunten Verpackungen, Aufklebern oder beigelegtem Spielzeug an. Außerdem vermitteln Werbeaussagen wie mit viel guter Vollmilch oder mit Jod und Calcium den Eindruck, dass es sich bei diesen Produkten um speziell auf den kindlichen Nährstoffbedarf zugeschnittene Lebensmittel handelt doch dem ist in aller Regel nicht so!

o Kinderjoghurts und andere Kindermilchprodukte sind meist zu fett und zu süß. Sie enthalten oft Aromen, Geschmacks- und Farbstoffe. Außerdem sind die Produkte häufig mit unsinnigen Nährstoffanreicherungen versehen: z. B. werden die von Natur aus kalziumreichen Milchprodukte zusätzlich mit Kalzium angereichert.

o Milchriegel sind ganz normale Süßigkeiten. Sie ersetzen weder Milchprodukte noch ein selbst belegtes Frühstücks- oder Pausenbrot.

o Frühstückscerealien für Kinder bestehen aus hoch aufbereitetem Getreide. Während der Verarbeitung geht der Hauptanteil der Vitamine verloren. Daher werden die meisten Produkte im Nachhinein mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Sie enthalten reichlich Zucker (bis zu 50 % des Gewichtes je nach Produkt) und kaum Balaststoffe und machen daher nicht lange satt.

Unser Tipp:
Kinderlebensmittel sind überflüssig, in der Regel teuer und ersetzen eine ausgewogene Kinderernährung nicht. Sie bieten gegenüber normalen Lebensmitteln keine Vorteile. Im Gegenteil: Sie sind stark verarbeitet, wodurch ihr Nährstoffgehalt gemindert wird und enthalten häufig Aromen und Zusatzstoffe (z.B. Farbstoffe). Problematisch ist außerdem der meist sehr hohe Zuckergehalt. Ebenfalls kritisch ist die Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Bei häufigem Verzehr werden die empfohlenen Aufnahmemengen schnell überschritten, was durchaus Probleme mit sich bringen kann. Also: Greifen Sie zu normalen Lebensmitteln! Damit wird Ihr Kind mit allem, was es für eine ausgewogene und gesunde Ernährung braucht, rundum versorgt.

Öko-Lebensmittel
Wenn Sie sich für Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft entscheiden, fördern Sie damit eine umweltschonende Wirtschaftsweise und die artgerechte Tierhaltung. Im ökologischen Landbau wird u.a. der Pflanzenschutz betont und kein mineralischer Dünger verwendet. Zudem wird auf den Einsatz von Gentechnik verzichtet. Die Begriffe Öko und Bio auf dem Lebensmittel-Etikett besagen, dass das Produkt entsprechend der EU-Öko-Verordnung erzeugt wurde. Die aufgedruckte Kontrollnummer der Kontrollstelle garantiert die Einhaltung und Überwachung der gesetzlichen Vorgaben, damit Sie als Verbraucher sicher sein können, dass auch tatsächlich Bio drin ist, wo Bio draufsteht.

Frühstück Power für den Tag
Das Frühstück ist das Sprungbrett in den Tag. Gerade für Kinder ist ein vollwertiges Frühstück nach der langen Nachtruhe besonders wichtig, weil der kindliche Organismus während der Nacht alle Energiereserven aufbraucht. Frühstückt Ihr Kind dann nicht ausreichend, ist es in der ersten Tageshälfte nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Es ist müde und unkonzentriert. Damit der Körper immer wieder Nährstoffe bekommt, sind mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu empfehlen. Dazu gehören u.a. ein erstes Frühstück zu Hause und ein zweites in der Schule.

Bei der Auswahl der Lebensmittel ist Folgendes zu beachten:
o Der Nährstoffbedarf meines Kindes muss entsprechend der Lebensmittelgruppen der Ernährungspyramide gedeckt werden!
o Worauf hat mein Kind Appetit?
Ein Kind, das nach dem Aufstehen noch keinen Hunger hat, sollte zumindest etwas trinken und ein größeres zweites Frühstück einnehmen.

Was macht ein vollwertiges Frühstück aus?
o ein geeignetes Getränk (z.B. Saftschorle, Tee möglichst ohne Zucker)
o Vollkornbrot oder Getreideflocken
o Milch oder Milchprodukte (Käse, Joghurt, Quark)
o Obst oder Gemüse
o seltener Wurst oder Schinken, ab und zu ein Ei (maximal 2 pro Woche)

Weniger geeignet sind dagegen Schoko-, Müsli- oder Milchriegel, Kuchen, Nuss- Nugat-Cremes sowie Cola und Limo.

Das gesunde Pausenbrot
Viele Elterndenken, dass Ihr Kind gerne Kuchen und Süßigkeiten zum Frühstück essen bzw. mit in die Kita/Schule nehmen möchte. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass die meisten Kinder viel lieber herzhaft belegte Brote essen wollen! Was gehört also zu einer Zwischenmahlzeit in der Kita/Schule, die gesund ist und Ihrem Kind schmeckt?! Ein solches Frühstück sollte viel Elemente enthalten:

o Getränk
o Milch oder ein Milchprodukt (z.B. Joghurt, Obstquark)
o Brot, Müsli oder ein anderes Getreideprodukt
o frisches Obst oder Gemüse (z.B. Paprikastreifen, Gurkenstückchen)

So ausgerüstet kann Ihr Kind in der Frühstückspause am Vormittag neue Energie tanken und dem weiteren Unterricht konzentriert und aufmerksam folgen.

Fast Food Das schnelle Essen

Essen auf die Schnelle im Fast-Food-Restaurant und im Stehen beim Bäcker oder Fleischer ist nicht nur bei Kindern sehr beliebt. Bei der Bewertung des schnellen Essens ist man sich uneinig. Es steht aber fest, dass die Häufigkeit und die Auswahl der Menüs eine entscheidende Rolle bei der Frage nach gesund oder ungesund spielen. Für die Bewertung eines Fast Food Menüs sollten Sie deshalb den gesamten täglichen Verzehr betrachten. Fest steht, dass viele klassische Fast Food Menüs (wie Burger, Pommes oder Bratwurst) sehr energiereich und gleichzeitig mineralstoff- und vitaminarm sind. Deshalb machen wir Ihnen einige alternative Menüvorschläge.

Gemeinsam essen macht Spaß
Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme! Es ist ein familiäres Ereignis, dem man ausreichend Zeit widmen sollte. Sie sollten darauf achten, dass auch wochentags zumindest eine Mahlzeit z.B. Frühstück oder Abendbrot gemeinsam eingenommen wird.

Familienmahlzeiten sind täglich wiederkehrende, positive Rituale, die auch Raum für Gespräche bieten. So können z.B. bei einem gemeinsamen Abendbrot alle Familienmitglieder über ihre Erlebnisse am Tag sprechen und den nächsten Tag
planen. Kleinere Probleme kommen sprichwörtlich auf den Tisch . Bedenken Sie aber, dass das gemeinsame Essen nicht der Ort sein sollte, an dem Konflikte ausgetragen werden.

 
 

Alternativen bei der Menüauswahl

Gleichzeitig lernt Ihr Kind beim gemeinsamen Essen Tischsitten, Umgangsformen und das Einhalten bestimmter Regeln. Wichtig ist, dass wir Erwachsenen eine Vorbildfunktion haben. Kinder lernen vor allem durch Beobachtung und Nachahmung und das auch beim Essen und Trinken! Wer früh morgens selbst schon Hektik verbreitet und ohne zu frühstücken zur Arbeit hetzt, kann nicht erwarten, dass seine Kinder in Ruhe frühstücken. Ihr Kind erlernt fast automatisch ein gesundes Essverhalten, wenn Sie es ihm vorleben.

Tischsitten
Die Forderung, dass Kinder den Teller leer essen müssen, ist heute zum Glück überholt. Kinder haben wie Erwachsene auch ein Gefühl dafür, wann sie hungrig oder satt sind. Auch sollten Sie akzeptieren, dass Ihr Kind bereits Vorlieben und Abneigungen hinsichtlich bestimmter Speisen hat (die sich im Laufe der Zeit durchaus noch ändern können). Wünschenswert wäre es, wenn Ihr Kind zumindest jede Speise probiert und dann erst entscheidet, ob es sie mag oder nicht. Bemerkungen wie Nun sitz aber beim Essen gerade! oder Du musst viel Gemüse essen, das ist gesund! helfen in der Regel wenig, führen zu einem ständigen Kampf am Tisch und verderben dem Kind und Ihnen den Spaß am gemeinsamen Essen. Versuchen Sie daher eine positive und ruhige Tischatmosphäre zu schaffen und das gemeinsame Essen zu einem täglichen, kleinen Familienfest jenseits der Hektik des Alltags werden zu lassen.

Unser Hinweis:
Essen und Fernsehen sind zwei Sachen, die nicht zusammengehören! Zum einen sollte Essen so oft wie möglich ein familiäres Ereignis sein. Zum anderen werden Kinder durch ein spannendes Programm abgelenkt, so dass sie recht unkontrolliert und häufig größere Mengen Süßes oder Knabberzeug essen.

Noch Babyspeck oder schon zu dick?
Auch schon bei Kindern spielt Übergewicht eine Rolle. So sind ca. 5% der ABCSchützen und etwa 25 % aller Fünftklässler übergewichtig. Dicke Kinder werden nicht nur häufig gehänselt und haben es schwerer Freunde zu finden, sie sind auch als Erwachsene häufiger übergewichtig und haben ein höheres Risiko für viele Erkrankungen.

Die Ursachen für Übergewicht sind vielseitig. In der Regel werden aber zu viele, zu fette und zu süße Nahrungsmittel gegessen. Gleichzeitig bewegen sich unsere Kinder zu wenig, verbringen lange Zeit in geschlossenen Räumen, sitzen vor dem
Fernseher oder dem Computer.

Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind zu dick ist oder dass sich der Babyspeck nicht verwächst, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Kinderarzt fragen. Diäten ohne ausdrückliches Anraten des Arztes sind für Kinder absolut tabu! Deshalb gilt auch hier: Vorbeugen ist besser als heilen! Das bedeutet eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sowie viel Bewegung.

Früh übt sich...
Schon Kinder sollten lernen Lebensmittel richtig auszuwählen, da bereits im Kindesalter wichtige Weichen für Gesundheit oder Krankheit im späteren Leben gestelltwerden. In der Kindheit eingeübte schlechte Gewohnheiten kann man als Erwachsener häufig schwer wieder ablegen.

Kinder sind neugierig und lernbereit. Diese Chancen sollten Sie auch beim täglichen Essen nutzen!


Weitere interessante Informationen, Materialien und die Ernährungspyramide finden Sie unter www.aid.de
Im dortigen Medienshop können Sie z.B. die Broschüren optimix. Empfehlungen für die Ernährung von Kindern und Jugendlichen und Leichter, aktiver, gesünder.Tipps für Ernährung und Sport bei Babyspeck und mehr erwerben.
www.optistart-leipzig.de informiert Sie aktuell über das Projekt.

Quelle: Stadt Leipzig
Der Oberbürgermeister
Dezernat für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule

Gesundheitsamt
Verantwortlich: Dr. med. Bodo Gronemann
Autoren: Sonja Apel (Universität Leipzig)
Dr. agr. Birgit Brendel (Verbraucherzentrale Sachsen)
Uta Heinrich (Staatl. Amt f. Landwirtschaft und GartenbauRötha)
Dr. phil. Karoline Schubert (Gesundheitsamt)

Das dieser Veröffentlichung zugrunde liegende Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert.

Gute Ernährung muss gelernt sein

DGKJ

DGKJ

Wie Kinder auf den richtigen Geschmack kommen – gute Ernährung muss gelernt sein

Die Übung macht´s: Durch regelmäßiges Essen gesunder Lebensmittel entwickeln Kinder Geschmack an Gemüse, Obst und Co. Dieser frühkindliche Lernerfolg prägt dann nachhaltig die Ernährungsgewohnheiten (und die Gesundheit) im weiteren Leben.

„Wir essen nicht das, was uns schmeckt, sondern uns schmeckt das, was wir regelmäßig essen!“, betont Prof. Dr. Berthold Koletzko von der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Während Süßes und Salziges auf angeborene Präferenzen treffen, ist die Vorliebe für Gemüse und Obst leider weit geringer ausgeprägt.

Wie aber können Kinder dauerhaft an gesunde Ernährung herangeführt werden? Für einen neuen Geschmacksimpuls, so Koletzko, brauchen Kleinkinder 7 bis 8 Versuche, bis sie ihn wirklich als vertraut und wohlschmeckend akzeptieren. Gesunde Kost sollte also immer wieder freundlich angeboten und „Testbissen“ der Kleinen gelobt werden.

Kinder und Jugendliche nehmen heute zu viel Zucker, gesättigte Fette und Salz und zu wenig mehrfach ungesättigte (essenzielle) Fettsäuren, Eisen, Jod und die Vitamine D und Folat zu sich. Damit sich Vollkornprodukte, Gemüse und Obst auf dem Ernährungsplan behaupten können, empfehlen die Ernährungsexperten der DGKJ qualitätsgesicherte Standards in Krippen, Kindergärten und Schulen sowie praxisnahe Informationen für Eltern und Kinder: Regelmäßige Bewegung mit Spaß, täglich frisches Gemüse und Obst und Wasser statt gezuckerte Getränke zeigen signifikante Gesundheitserfolge für die gesamte Familie.

Quelle: DGKJ www.dgkj.de

Zum Thema Ernährung gehören auch gesunde Zähne - siehe hier.